Über die Magie zu sehen, was noch
nicht zu sehen ist.

Sie steht am Anfang von allem: die Idee. Kaum etwas erzeugt so viel Kraft wie eine gute Idee. Mit ihr lassen sich Menschen begeistern, Geschäfte anbahnen, Firmen gründen – sie verändert uns und unsere Welt. Das ist der Zauber einer Idee. Mit ihr sieht man, was noch nicht ist. Sie ist ein Versprechen von Zukunft. Ohne die Ideen, mit denen wir gestern das Morgen dachten, wären wir heute nicht hier.

Ideen entstehen selten aus dem Nichts. Sie werden bei der Auseinandersetzung mit der Realität und den Möglichkeiten geboren. Wenn wir uns daran versuchen, Probleme zu lösen, gedankliche Grenzen zu überschreiten, um aus dem Bestehenden etwas Besseres, etwas Neues zu schaffen. Der namhafte amerikanische Fotorealist und Maler Chuck Close sagte: „Die besten Ideen kommen aus dem Prozess, aus der Arbeit selbst.“ Auf die Inspiration einfach nur zu warten machen seiner Meinung nach „nur Amateure“. Ideen entspringen selten einer spontanen Eingebung, sondern sind Ergebnis harter Arbeit.

Ideen finden die Suchenden. Sie erfordern Aufmerksamkeit, sie entstehen durch Beobachtung: auf der Straße beim Spazierengehen, bei der intensiven Beschäftigung mit Nahrungsmitteln am Küchenherd oder bei der alltäglichen Arbeit. Oft beginnt der Zauber der Idee nur mit der einfachen Frage nach dem „Warum?“. Oder mehr noch nach dem „Warum nicht?“. Einer der wichtigsten Treiber ist auch der Mangel. Krisen zwingen uns dazu, neue Ideen zu entwickeln. Wer mit dem Rücken zur Wand steht, dem bleibt nur der Schritt nach vorn.

Inspiration folgt der Transpiration, wenn wir mit unseren Kunden an Prozessen und Rohstoffen tüfteln, mit unserer Anwendungstechnik proben und experimentieren. Wie gut eine Idee ist, weiß man erst, wenn man sie den Kunden vorgestellt hat. Das erfordert Mut, oft auch Überzeugungskraft.

Sehen, was noch nicht zu sehen ist

„Ideen liegen auf der Straße“ heißt es im Volksmund. Bei der Stern-Wywiol Gruppe gab es immer wieder Menschen, die sie gesehen und etwas daraus gemacht haben. Die Vorläufer unseres heute weltweit erfolgreichen Fettpulvers BergaFat entstanden zum Beispiel aus einem Nebenprodukt der Fettsäureproduktion, das zuvor einfach vernichtet worden war. Bis jemand auf die Idee kam, diesen Rohstoff wiederzuverwerten und aufzubereiten, um ihn als Energiebooster in der Tierernährung einzusetzen.

Der Zauber der Idee liegt auch darin, dass sie sich häufig im Gewöhnlichen verbirgt. Man muss sehen können, was noch nicht zu sehen ist. So wie der Bildhauer sagt, dass er sein Kunstwerk nicht aus dem Stein meißelt, sondern den Stein von seinem Kunstwerk befreit. Die Idee, das Werk – in seinen Gedanken ist das alles schon da, wenn er auf das Stück Stein blickt. So sah beispielsweise mein Vater bei einem Spaziergang am Strand von Dubai einen angeschwemmten Mehlsack eines wichtigen Kunden. Was andere nicht einmal wahrgenommen hätten, inspirierte ihn zu einer Idee: Ausgebuddelt und gereinigt, gelangte der Sack als verrücktes „Kunstwerk“ in sein Büro. Aus einem Sack wurden zehn, dann 100 und heute über 3.700 Stück, die im international bekannten MehlWelten Museum in Mecklenburg-Vorpommern Mehlgeschichte erzählen.

Mutig Ideen umsetzen
(auch die verrückten)

Der Zauber der Idee liegt auch darin, dass man nie weiß, wohin und wie weit sie uns bringt. Aus einem angeschwemmten Mehlsack kann ein Museum werden. Alles ist möglich, wenn man nur alles Mögliche denken kann. Lecithin ist auch so ein Beispiel. Das Nebenprodukt der Sojabohne wurde auch als sogenanntes Netzmittel zur Umhüllung von Pigmenten in Farben und Lacken eingesetzt. Aus dieser Eigenschaft, Partikel umhüllen zu können, wurden dann weitere, gänzlich andere Einsatzmöglichkeiten erdacht, zum Beispiel für Instantkakao: Hier verbessert Lecithin die optimale Durchmischung durch die Umhüllung der Partikel. Heute vermarktet die Stern-Wywiol Gruppe Lecithin weltweit als natürliches Hilfsmittel für verschiedenste Produkte im Lebensmittelbereich.

Die Welt braucht diese Ideen. Immer. Weil nie etwas perfekt, nichts fertig ist, wir uns verändern und immer besser werden müssen. Ideen sind ein flüchtiger Zauber. Wer ihnen keinen Raum gibt, wird sie verlieren. Wer sie nicht umsetzt, kreiert sie umsonst. Wer nicht mutig ist, wird nie große Ideen entwickeln. Darauf, dass wir den Zauber der Idee bewahren, beruht der Erfolg der Stern-Wywiol Gruppe. Lassen wir uns weiter verzaubern. Denn auch das gilt: Mit guten Ideen sind Leben und Arbeit nie langweilig, sondern immer ein Abenteuer – mit vielen neuen Chancen.

Torsten Wywiol